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Das Fröslee-Lager

Das Fröslee-Lager, eine nationale Gedenkstätte

Das Fröslee-Lager (Frøslevlejren) wurde im Jahre 1944 als deutsches Polizeigefangenenlager unter der Leitung der deutschen Sicherheitspolizei in Dänemark errichtet.

Im Laufe der Jahre haben die Baracken des Lagers eine sehr unterschiedliche Nutzung erfahren, und nur der Hauptwachturm und die Häftlingsbaracke H4 sind heute im Originalzustand erhalten. In diesen beiden Gebäuden ist die Ausstellung des 1969 gegründeten Museum des Fröslee-Lagers (Frøslevlejrens Museum) untergebracht. Hier wird die Geschichte des Lagers aus den Jahren 1944-45 eingehend vermittelt.

Auf dem Lagergelände wird außerdem eine vielfältige Museumslandschaft geboten: es gibt Ausstellungen von Amnesty International, der UN (FN Museet), der dänischen Heimwehr (Hjemmeværnsmuseet), dem dänischen Zivilschutz (Beredskabs-forbundets Informationsbarak) sowie eine Naturausstellung der dänischen Umweltbehörde (Skov & Naturstyrelsen).

Nach der Befreiung am 5. Mai 1945 wurde das Lager zunächst von der dänischen Widerstandsbewegung und später vom dänischen Gefängniswesen übernommen und unter dem Namen „Faarhus-Lager“ als Internierungs- und Straflager für so genannte Landesverräter, d.h. Leute, die mit der Besatzungsmacht zusammengearbeitet hatten, verwendet.

Von 1949 bis 1968 diente das Gelände, jetzt „Pattburg-Lager“ genannt, als Kaserne. Bis 1975 nutzte dann das Zivilschutzamt das Lager als Materialdepot, bevor 1984 mit der Restaurierung der Baracken begonnen wurde.

Zur Geschichte des Fröslee-Lagers

Als im Herbst 1943 die Deportationen von Dänen in deutsche Zuchthäuser und Konzentrationslager zunahmen, wurde von den dänischen Behörden Verhandlungen mit der deutschen Besatzungsmacht eingeleitet um diese Entwicklung aufzuhalten.
Ziel war die Errichtung eines Internierungslagers auf dänischem Boden. Die Deutschen gingen darauf ein, mit dem Ergebnis, dass das Fröslee-Lager nahe der dänisch-deutschen Grenze errichtet wurde.

Am 13. August 1944 kamen die ersten ca. 750 Gefangenen aus dem Horserød-Lager auf der Insel Seeland im Fröslee-Lager an. Wie die offizielle deutsche Bezeichnung „Polizeigefangenenlager Fröslee“ andeutet, waren die Insassen Gefangene der deutschen Sicherheitspolizei, die auch den Betrieb des Lagers leitete. Die Häftlinge im Fröslee-Lager erfuhren aber nie die Grausamkeiten wie jene in den anderen deutschen KZs.

Für die Verpflegung und gewisse andere Bereiche der Vorsorgung der Gefangenen war das dänische Gefängniswesen zuständig. Gewalt, Folter, Erniedrigungen und Tötungen kamen im Großen und Ganzen nicht vor.

Am 15. September 1944, also nur einen Monat nach der Inbetriebnahme des Fröslee- Lagers, verletzten die Deutschen die eigentlichen Grundlagen für die Errichtung des Lagers durch die Deportation von 195 Gefangenen in das Konzentrationslager Neuengamme. Insgesamt wurden rund 1.600 Fröslee-Häftlinge nach Deutschland deportiert, wovon etwa 220 ums Leben kamen.

Das Fröslee-Lager war für ca. 1.500 Insassen gebaut. Im März 1945 war die Anzahl der Gefangenen jedoch mehr als 3.000, und Ende April wurde, als Folge der Evakuierung der nordischen KZ-Gefangenen in Deutschland, die Höchstzahl von 5.500 Insassen erreicht. Insgesamt passierten vom August 1944 bis zur Befreiung am 5. Mai 1945 rund 12.000 Personen das Lager.

Öffnungszeiten:
Werktags außer montags 9-16 Uhr.
Sa. u. So. und feiertags 10-17 Uhr.
Vom 18.6.-10.8. täglich 10-17 Uhr.
Dezember und Januar geschlossen.  

Adresse:
Frøslevlejrens Museum
Lejrvej 83
DK-6330 Padborg
Tel. +45 74 67 65 57
www.froeslevlejrensmuseum.dk

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